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Sonntag, 21.09.2008

In eigener Sache: Radioblog


Dieses Blog hat einen, wie man neudeutsch sagen könnte, "Spin-Off" bekommen: Ohrensessel, einen gemütlichen Ort, an dem es ums Radio gehen wird. Freue mich über Besuche, Kommentare und Verlinkungen (die natürlich erwidert werden).
Wie es hier mit soitgoes weitergeht, will ich im Moment noch offen lassen.

Sonntag, 06.07.2008

Widerstand ist zwecklos


Einst galt’s, ihm den Kopf abzureißen
- und Dutzende haben’s versucht -
Doch Hitler ließ sich nicht bescheißen:
Der Führer blieb leben. Verflucht!
Wie oft hat der Anstand gesungen:
„Oh, wär’ doch ein Anschlag gelungen!“

Erst jetzt, schon im nächsten Jahrhundert,
Bricht einer Tabu und Genick.
Die Leibwächter stehen verwundert,
Ergreifen den Täter. So’n Glück!
Und wo ist der Anstand? Zu Haus.
Der Wachsmord kriegt keinen Applaus.

Sonntag, 25.05.2008

Das Schöne am Grand Prix ist ja...


... dass Deutschland zwar letzthin immer weit hinten landet, aber wir immer die Aufträge bekommen, damit der Eurogesang irgendwo im Ostblock logistisch durchgeführt werden kann. Hat also insgesamt auch was Gutes!

Montag, 19.05.2008

Guten Appetit


Dass ich gar nicht so früh hätte aufstehen müssen, wenn der Hausarzt mir gleich Blut abnehmen will, hätte ich mal gestern beim Weckerstellen bedenken sollen. Auf diese Weise kann ich jetzt statt Müsli ausschließlich Zeitung frühstücken.

Dienstag, 29.04.2008

Ich liebe die Schweiz



Diese Fremdwort-Gewichtung zwischen Haupt- und Neben-Überschrift ist einfach cool. Pardon, génial!

Von der Internetseite der Neuen Zürcher Zeitung.


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Donnerstag, 27.03.2008

Besteht, finden, wurde...


Ich war 1993 in Norddorf auf Amrum im Urlaub und kann mich nicht mehr daran erinnern, wie unansehnlich ich die hier bemängelte Pergola-Konstruktion fand. Müsste ich aber darüber einen Artikel schreiben (so wie der Inselbote), würden sicher nicht so unansehnliche Satzkonstruktionen darin vorkommen. Und im Anreißer, siehe Abbildung, eventuell ein vollendeter Satz.
(c): Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag.

Freitag, 21.03.2008

Pause mit Samtpfoten


Das hätte ich mir nicht träumen lassen, dass hinter den Kätzchen so eine rührende Geschichte steckt. Als ich in den Achtzigern meine ersten Fernseherlebnisse hatte, gab es in den "Umschaltpausen" des Ersten Programms vor den hr-Zulieferungen den besagten Pausenfilm. Daraus ist jetzt ein Bildschirmschoner gemacht worden; und die Hintergrundgeschichte gibt's auch dazu.
Leider gibt's den Schoner nicht für Mac. (Beim Photo auf der Downloadseite sind offenbar Bootcamp oder ein Standbild aktiv.)
Photo: (c) hr.

Montag, 17.03.2008

Nachrichten mit Ball


Wer kann sich noch an "Volle Stunde, volles Programm" erinnern? Damit wollten Sat 1 und Pro Sieben dereinst die Tagesschau attackieren und starteten ihr Hauptabendprogramm um 20 Uhr, was misslang. Nun versucht Sat 1 immerhin, die Tagesschau mit der eigenen Nachrichtensendung anzugehen und platziert diese seit heute gleichzeitig.
Peter Limbourg hofft natürlich, das ein Weilchen durchzuhalten, aber in der Vergangenheit war man bei Deutschlands profilärmstem Fernsehprogramm schon mal ruppig mit den Nachrichtenleuten (ein munter Hin und Her). Die Premiere heute fiel recht anständig aus. Die Service- und Halbnackt-"Beiträge", die man früher in den Spätnews brachte, kamen nicht ins Programm, stattdessen die Themen Bankenkrise, Israelbesuch, Hamburger Koalitionsverhandlungen und Kosovo-Gefechte in derselben Reihenfolge wie in der ARD. Solide gemacht, allerdings zeitlich kürzer und - mein Eindruck - weniger profund als dort.
Negativ fiel mir ein treibendes Musikbett unter den Kurznachrichten auf, das wirkte zu den Bildern von prügelnden chinesischen Soldaten unangebracht. Zwei Beiträge "hintenraus" über zügigere Autobahn-Baustellen und Paul McCartneys Scheidung, das ging wiederum in Ordnung, auch wenn die ARD hier andere Themen setzte. Nach 12 Minuten war schon Schluss, sollte ja auch noch etwas Werbung vor dem Spielfilm kommen.
Fazit: So kann man auf jeden Fall Nachrichten machen. Und bevor jemand zu RTL II oder ganz wegschaltet, rate ich lieber zu Sat 1. Einen Anreiz aber, meine eigenen Sehgewohnheiten zu ändern, habe ich heute nicht bekommen.

Freitag, 07.03.2008

Im Büro ersurft

Sonntag, 02.03.2008

Abgeschnitten


So geht das, wenn man Wein predigt, aber Wasser trinkt. Die Uni Münster hat ihr E-Mail-System am Wochenende umgestellt, und alle Nutzer, die ihr Passwort nicht vorher geändert haben, können nicht mehr in ihren Account. Das wusste ich auch, denn ich habe selbst zu diesem Thema eine Nachricht für Radio Q gemacht. Nur selbst danach gehandelt habe ich nicht.
Das ist jetzt besonders unpraktisch, denn ich bin extra in eine Internetbutze am Frankfurter Hauptbahnhof gefahren, um Mails zu lesen und welche zu schreiben. Gut, so weit habe ich es mittlerweile nicht mehr, seit gestern wohne ich nur noch eine 15-Minuten-Fahrt entfernt.
Wer es übrigens auch verpennt hat, sein Permail-Passwort zu verändern: Auf der ZIV-Seite kann man das nachholen. Es dauert dann nur ein Weilchen, bis die Änderung aktiv ist - wohl zu lange für meine Onlinezeit heute abend. Aber für mich kann es auch nicht mehr lange dauern, bis ich zu Hause sowohl Internet als auch Mailzugang habe!

Dienstag, 26.02.2008

Nichts ausplaudern!


Ich weiß ja nicht, wie gut die Vorausplanung in den 99,7% der Nachrichtenredaktionen läuft, in denen ich bislang noch nicht gearbeitet habe. Weit aus dem Zeithorizont-Fenster mag ich mich daher nicht lehnen. Ob das sogenannte Innovationsministerium NRW aber in 292 Jahren noch mit dieser Meldung (von der dpa weitergereicht) "beim Hörer landet", wie ich hier mal so schön formuliere, wage ich zu bezweifeln.

Sonntag, 17.02.2008

Große Freiheit im Norden


Egal, ob Funk oder Print, der Löwenanteil des journalistischen Inhalts wird von freien Mitarbeitern erstellt. Das bringt wie bei anderen Berufen komplizierte rechtliche Situationen mit sich, denn nach einer gewissen Zeit könnte sich der frei Beschäftigte auf eine Festanstellung einklagen. Jedes Haus behilft sich da mit anderen Konstruktionen, um die Freien an halblanger Leine zu lassen, kaum eins dürfte so strikt wie der NDR sein. Dort protestieren die Freien im Moment, so auch die Redaktion von Extra 3.

Von der 15-Jahres-Frist blieb letztens nicht mal Jan-Malte Andreesen unbehelligt. Obwohl beliebter Morgenmoderator bei NDR 2, musste er die Segel setzen - und plaudert seitdem beim WDR in Köln.

Freitag, 08.02.2008

"Vertauscht"


Vielleicht ist ja das Menü 1 in Wahrheit fleischlos und das Menü 2 mit Rind? Der Pothast war jedenfalls lecker.

Dienstag, 29.01.2008

Der Parlamend hat vünv Beiner


Franz Walter singt das Hohelied der Umfaller bzw. Wiederaufsteher.

Dienstag, 15.01.2008

Radio-Tatort


Lange nichts gehört von mir und auch jetzt wird es kein größerer Beitrag. Eher ein Hörspiel. Der Radio-Tatort der ARD startet am heutigen Mittwoch, hierzulande auf WDR5 um 20 Uhr. Mehr Infos u.a. in diesem Artikel in der Frankfurter Rundschau.

Ach ja: Im ersten Posting anno 2008 wünsche ich natürlich allen Lesern ein frohes neues Jahr :-)

Montag, 24.12.2007

Der linguistische Adventskalender (24)


Das letzte Türchen schien sich eben akustisch beim Frühstück zu öffnen. Am Display des Küchenradios leuchtete die "3", ein klingendes Weihnachtsrätsel wird angekündigt. "Das Lied, um das es geht, ist eines der bekanntesten Weihnachtsstücke... 1818 in Österreich... Gitarre...“ Ich höre verwundert hin und warte darauf, dass der WDR3-Moderator endlich die Kurve kriegt zu einem überraschenden Dreh. Denn er kann ja unmöglich einfach Stille Nacht erraten lassen. – Herrgott, er tut es! Mit schmalzigem Klangbeispiel und 0137-Nummer! Denn das ist auch überhaupt nicht WDR3, sondern durch eine unselige Frequenzvertauschung seitens der Kabelfirma irgendein Stumpffunk, Radio Melodie oder etwas noch Grässlicheres!
Da will ich für die Feiertage lieber Gehaltvolleres empfehlen. Zum Abend bringen die Klassikwellen gesetzte Töne. Weihnachtsoratorium auf D-Kultur, das echte Stille Nacht auf dem echten WDR3. HR2 kündigt Pärts „Fratres“ an, das ist etwas gewagt, aber zur Verdauung nach heftigem Festessen vielleicht ganz gut. WDR5 lässt Robert Gernhardt sein „Erna, der Baum nadelt“ lesen.
Am 1. Feiertag stellt Benedikt XVI seine Sprachkenntnisse unter Beweis, wenn er auf Kisuaheli den Segen spricht. Die Übertragung durch Radio Vatikan find ich auch als Protestant immer sehr unterhaltsam (12 Uhr, u.a. WDR3, DLF). A propos Erdkreis: um 14 Uhr startet im DLF eine Neuübersetzung der „Ilias“ von Raoul Schrott, nomen hoffentlich non est omen. Ebenfalls im DLF (19.15 Uhr) das Feature „Warum tragen Vietnamesen keine Adidas-Schuhe?“, das 2005 den Prix Europa gewann.
Den lustigsten Jahresrückblick liefert dann am 29. Dezember die Zugabe (WDR2, 22 Uhr).

Linguistisch wird es natürlich auch nach diesem Adventskalender hier im Blog weitergehen, auch wenn es nicht ganz 24 Einträge wurden. Aber immerhin mal mehr als bei Stefan :-) Ich wünsche allen Lesern ein schönes Fest.

Mittwoch, 19.12.2007

Der linguistische Adventskalender (19)



Die Vier ist im chinesischen Sprachraum eine Unglückszahl. Das rührt wohl daher, dass "sì" (gesprochen etwa wie das ße, wenn man das Wort Stra-ße in Befehlston brüllt) so ähnlich klingt wie "sǐ", was Tod bedeutet (gesprochen wie ein fragendes ße?). Man meidet die 4, wo man kann. In Volks- und Nur-Republik China folgt oft auf den dritten der fünfte Stock, und die 4 ist nicht in Telephonnummern oder auf Autokennzeichen zu finden.
Dieses hellblau verpackte Küchenmesser, das der Rewemarkt Liemen derzeit anbietet, ist ergo ein heißer Kandidat für Mord- und Todschlag, gerät es in fernöstliche Hände. Wie aus Bosheit ist die Modellnummer 4 auch in ihr chinesisches Zahlzeichen übersetzt worden - das, was so aussieht wie ein Fenster, hinter dem sich ein Mensch erhängt hat.

Der linguistische Adventskalender (18)


Synchronautoren! Wann wird euch endlich mal auffallen, dass deutsche Muttersprachler NICHT mehrmals hintereinander "Komm schon, komm schon! Komm schon!" ausrufen, wo ein Amerikaner vielleicht durchaus oft "come on, come on!" sagte. Und wann merkt ihr, dass die passende Übertragung von "What is your name?" nicht "Wie ist dein Name?" sondern "Wie heißt du?" ist!

Montag, 17.12.2007

Der linguistische Adventskalender (17)


Es ist Germanistikstudenten heute kaum noch zu vermitteln, aber sie haben ihre ersten orthographischen Schritte häufig mit einer roten Socke getan. (Manche wären auch besser bei fünf Buchstaben geblieben.)

Sonntag, 16.12.2007

Der linguistische Adventskalender (16)



Müssen Rechtschreibfehler bei uns Sprachpuristen immer Grausen hervorrufen? Ich sage: nein, wenn sie in so entzückender Ambivalenz daherkommen wie in diesem Schaufenster am Prinzipalmarkt. Das geht hier zwar zulasten der Preis-Eindeutigkeit, aber erheitert den Einkaufsbummel.